miércoles, 9 de enero de 2008

Ca´s Sant, eine ganz einzigartige Finca

Die Apfelsinen aus Sóller sind wegen ihres köstlichen Geschmacks und ihrer besonderen Süße bekannt, aber dennoch widmen sich immer weniger Bauern diesem Obstanbau.

Der Apfelsinenbaum wurde während der Zeit der islamischen Vorherrschaft (die vom 8. bis zum 13. Jahrhundert dauerte) nach Mallorca gebracht, wie alte Schriften belegen. In dieser Zeit wurden auch die Bewässerungsgräben angelegt, die das Wasser aus den verschiedenen Quellen im Gebirge kanalisieren und auf die Anbauflächen leiten. Auch heute werden diese Kanäle und Bewässerungsgräben größtenteils noch genutzt. Neben dem Eingang zur Finca Ca´s Sant verläuft einer dieser Bewässerungskanäle (Sa Font de S´Ullet, der in S´Alqueria del Compte entspringt), dessen Wasser im Frühjahr und Sommer für die Bewässerung der Orangenplantagen des Guts genutzt wird. Diese Plantagen wurden vollständig erneuert und mit Baumarten bepflanzt, die gegen die neuen Viren widerstandsfähig sind, um auf diese Weise einen so eng mit dem Tal verknüpften Anbau, wie den der Apfelsinen, fortführen zu können.



Im Jahr 1228 wurde am Hof von Aragonien, als Jaime I. König war, die Eroberung Mallorcas beschlossen. Unter der Herrschaft Jaime I. taten sich besonders der Graf Nuño Sanz, Guillem de Montcada, Vicomte von Bearn, Hugo IV., Graf von Ampurias und sein Sohn, Ponce Hugo sowie die Bischöfe von Barcelona und Gerona hervor.

Unter den von Hugo IV., Graf von Ampurias, gestellten Truppen befanden sich auch Mitglieder der Familie Coll, alias „Sant“(„alias Sant“, d.h. „Heilig“ deswegen, weil Mitglieder dieser Familie an den Kreuzzügen zur Rettung des Heiligen Landes im 12. Jahrhundert teilgenommen haben).

Nach Beendigung der Eroberung Mallorcas im Jahr 1230 erfolgte die Neuaufteilung der Ländereien unter allen daran beteiligten Mitstreitern. Der Landkreis Sóller wurde in drei Teile aufgegliedert, von denen ein Teil an Guillem de Montcada, Vicomte von Bearn, fiel und die übrigen beiden Teile an Hugo IV., Graf von Ampurias.

Ein Landstrich, der dem Grafen von Ampurias übereignet wurde, ist der, der heute als S´Alqueria del Compte (Aussiedlerhof des Grafen) bekannt ist und auf diesem Grundstück befindet sich auch die Finca Ca´s Sant.

Als die neuen Ländereien der Aristokratie übergeben wurden, teilte diese sie erneut unter den Herren und Rittern auf, die maßgeblich an der Eroberung mitgewirkt hatten. Unter den Rittern des Grafen von Ampurias befanden sich auch Mitglieder der Familie Coll, der etwa um das Jahr 1300 einige Besitzungen übereignet wurden und die daraufhin Finca Ca´s Sant, zu Ehren des Alias-Beinamens „Sant“ genannt wurde, unter dem man die Familie kannte.

Seit Übergabe dieser Besitzungen bis zum Jahr 1759 wurde die Finca stets an den Erstgeborenen der Familie Coll weitervererbt. Dies änderte sich 1759, als nur weibliche Nachkommen vorhanden waren und die Erstgeborene der Familie, Catharina Coll Morell, Antoni Joan Arbona Ballester heiratete, der daraufhin den Alias-Namen „Sant“ annahm. Seit jenem Jahr war es der Nachname Arbona, der über die Generationen hinweg bis heute die Besitzrechte an der Finca innehat.

Wir sind heute sehr stolz darauf, bestätigen zu können, dass sich die Finca Ca´s Sant seit dem 13. Jahrhundert im Besitz derselben Familie befindet und nie aufgekauft bzw. verkauft wurde. Natürlich hat auch Ca´s Sant im Laufe der Jahre mehr oder weniger glorreiche Momente durchlebt und Veränderungen erfahren, die sich u.a. auch auf ihre Ausmaße erstrecken. Es war Jaime Arbona Colom, dem die Finca 1950 übertragen wurde und ihr Aussehen veränderte, indem er einige angrenzende Gemüsegärten erwarb und Reformen zur Modernisierung der landwirtschaftlichen Erträge und des Gebäudes selbst durchführte. Darüber hinaus legte er auch den romantischen Garten von Ca´s Sant an.

30 Jahre später ist es nun seine Tochter, Lourdes Arbona, der der Besitz gehört und die die wichtigste Änderung durchgeführt hat, indem sie die Finca in ein reizvolles kleines Landhotel umwandelte. Sie erneuerte desweiteren den landwirtschaftlichen Betrieb und entwickelte Produkte, die auf dem Gut selbst hergestellt werden, wie z.B. eine eigene Orangenmarmelade. Heute hat eine neue Generation die Verantwortung für eine Geschichte übernommen, die seit mehr als siebenhundert Jahren fortdauert.

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